Samstag, 11. Juli 2009

Gegen Zensur?

Kürzlich ist eine ePetition gegen das Verbot von gewalthaltigen Computerspielen online gegangen.
Nach dem großen Erfolg der Petition gegen Internetzensur mit über 130.000 Mitzeichnern war ich spontan natürlich mehr als geneigt auch diesem bestreben gegen staatliche Zensur meine Unterstützung zukommen zu lassen.
Nachdem ich jedoch den Petitionstext gelesen habe, bin ich von diesem Vorhaben wieder abgerückt. Statt mitzuzeichnen betrachte ich die Petition nun als mahnendes Beispiel dafür, wie tief Zensur schon in unserem politischen Denken verankert ist. Warum das?

Nun, ich würde sagen, dass ich dem Petitionstext zu 95% zustimme, ein kleines Detail jedoch kann und werde ich nicht durch meine Unterschrift unterstützen:

""Gewaltverherrlichende" Medien hingegen sind aus gutem Grund verboten."

Tja, aus gutem Grund also? welchem denn? Sorgen §131er-Spiele etwa für ein erhöhtes Amoklaufpotential? Wo genau ist denn dann eigentlich noch ein Unterschied zu den Forderungen der Innenministerkonferenz, von der Wortwahl mal abgesehen? Hierbei verweise ich nochmals auf meinen Artikel zur Würde der Gotcha-Zombies.
Wobei hierbei zusätzlich sehr entlarvend ist, dass der Initiator der Petition sich (zurecht!) gegen den diskriminierenden Begriff der "Killerspiele" wendet, gleichzeitig aber den so schwammigen wie diskriminierenden Begriff der "Gewaltverherrlichung" unreflektiert verwendet.

Alles was über die Einstufung von Medien für bestimmte Altersstufen und den Schutz von Persönlichkeitsrechten hinausgeht ist für mich nicht zu rechtfertigende Zensur. Anderen Demokratien wäre eine Straftat wie ein §131 StGB völlig wesensfremd und trotzdem kommt es in unseren Nachbarländern auch nicht wöchentlich zu Amokläufen.

Schade, im Grunde ist das Anliegen der Petition als Zombiefilmfan auch mein ureigenstens, allerdings kann ich aus den genannten Gründen die Petition nicht mitzeichnen. Schade schade schade...

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