Donnerstag, 26. März 2009

Feder und Schwert offline

Seit heute ist die Homepage des Rollenspielverlags Feder und Schwert (WFRP, Schattenjäger, ehemals D&D 3.5 un D&D 4) offline.
Ob es sich dabei um ein "Statement" zur Zukunft des Verlages oder schlicht und einfach um die Vorbereitung eines Relaunchs der Homepage handelt, ist bisher völlig unklar.

Der Zeitpunkt ist jedoch, was die Gerüchteküche angeht denkbar ungünstig gewählt. Nachdem F&S letztes Jahr die D&D4-Lizenz verloren hatte, läuft am 01.04.09 (also in fünf Tagen) die Frist für den Abverkauf der Lagerbestände an D&D-Materialien von F&S ab.

In Ermangelung einer offiziellen Ankündigung bleibt in diesem Fall leider aber erstmal nur das Rätselraten.

Update:
oder auch nicht. ;) Die Seite geht wieder.

Sonntag, 22. März 2009

Review: Shadowrun - The Rotten Apple: Manhattan



Catalyst ist bereits seit einigen Monaten dazu übergegangen, für Shadowrun auch pdf-only Produkte zu veröffentlichen. Nach dem Digital Grimoire (Erweiterung zu Streetmagic) und dem Abenteuer Bad Moon Rising (Ergänzung zu Ghost Cartels) liegt nun mit The Rotten Apple: Manhattan die erste eigenständige Quellenbuchartige Erweiterung vor.
Na ja, so ganz eigenständig ist TRA:M eigentlich nicht, denn zum einen soll es als Hintergrund für die neue Runde der SR Missions dienen, die in New York angesiedelt sind und zum anderen erweitert es die Infos aus dem Corporate Enclaves. Man braucht jedoch anders als beim Digital Grimoire oder bei Bad Moon Rising (da ist es zumindest sehr empfehlenswert) kein anderes Buch als Grundlage um den Text nutzen zu können.

Manhattan also. Mittlerweile sind die letzten ausführlichen Infos zu NY ja schon geschlagene 18 Jahre alt, so dass es nur angebracht scheint, den Überblick aus Corporate Enclaves etwas auszubauen.
2005 wurde NYC von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht. Neben den enormen Verlusten an Menschenleben und Sachwerten, hatte es auch gravierende Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation - Wer konnte verließ die Stadt (u.a. die UNO und der NYSE). Einige Kons die sich zum Bleiben entschlossen, boten "Aufbauhilfe" im Gegenzug für eine laschere Wirtschaftsgesetzgebung an. So entstand das Manhattan Development Consortium (MDC), dass seitdem die Geschicke der Insel lenkt.

Manhattan bietet also einen interessanten Hintergrund für Runs. TRA:M gliedert sich in drei Teile. Zunächst gibt es allgemeine Infos zu Geschichte, Sicherheitskräften und Verkehr, danach folgt ein Überblick über die verschiedenen Stadtteile sowie eine Vorstellung der Mitglieder des MDC.

Der erste Teil beschreibt anschaulich den Wandel von einer florierenden Metropole über eine sich selbst überlassene Krisenregion hin zu einem Konzern-Mekka. Gelungen auch die Beschreibungs des alltäglichen Lebens und der Bemühungen des MDC, den Menschen die Normalität einer Stadt zu bieten. Die Beschreibung der Sicherheit der Stadt bietet, was der SL an Infos braucht, ist aber ansonsten doch eher zäh zu lesen.
Bei den Möglichkeiten, wie Runner nach Manhattan gelangen können, sind insbesondere die alten, stillgelegten U-Bahnschächte eine nette Möglichkeit.
Auf die Beschreibungen der Stadtteile werde ich nicht im Detail eingehen. Erwähnenswert ist jedoch Newtown, das dort entstand, wo ehemals der Stadtteil Harlem gelegen war. Ursprünglich als Vergnügungsviertel für die Konzernjugend gedacht, hat sich das ganze verselbstständigt und die Jugend probt hier die Rebellion gegen das Konzernleben. Für Runner interessant auch das Terminal, dem - leidlich geduldeten - Schwarzmarkt von Manhattan sowie The Pit, der Teil von Manhattan der noch nicht wiederaufgebaut ist und dementsprechend eine Barrens-Gegend ist.
Der Abschnitt MDC bietet Hintergrunde zu den in Manhattan aktiven Kons und ihren Aktivitäten. Neben den bekannten AA- und AAA-Kons werden außerdem NYPD Inc., Prometheus Engineering, Trans-Orbital sowie die Citigroup vorgestellt.

Fazit:
Die 32 Seiten von TRA:M sind vollgepackt mit Informationen. Eigentlich kann man TRA:M als vollständiges, zusätzliches Kapitel zu Corporate Enclaves sehen. Schön ist, dass es anders als bei den bisherigen pdf-onlys neues Artwork gibt, dass vom feeling her an SR2 erinnert (qualitativ aber nicht an die "Altmeister" heranreicht). Leider wurde die Übersichtskarte von Manhattan nicht beschriftet, so dass man sich die Lage der einzelnen Viertel anhand der Umrisse heraussuchen muss.
Für momentan umgerechnet ca. 3,15€ lohnt sich TRA:M eigentlich uneingeschränkt - sofern man des Englischen mächtig ist.

P.S.: Danke an concrete für eine "kleine" inhaltliche Korrektur. ;)

Samstag, 21. März 2009

Interview mit Peer „sirdoom“ Bieber - Teil 2

Und weiter geht’s mit dem zweiten Teil des Interviews mit Peer Bieber…

Du bist ja auch als Blogger aktiv, nicht nur was Rollenspiele angeht, sondern auch im bereich allgemeinerer, politischer Themen. Was hat dich zum bloggen gebracht und wie stehst du dazu?


Zum bloggen bin recht zufällig gekommen, vereinfacht durch Ego, geplatzte Halsschlagadern und Gelegenheit. Ich schreibe auch öfter Texte zu Themen, die vollkommen RPG-fremd sind, die dann leider im Giftschrank landeten mangels Publikationsplattform. Und wie jeder andere hab ich Links zu Kino- und Spiele-Trailern, lustigen Dingen und den Aufregern der Woche via Email an Freunde geschickt. Nachdem ich dann ehr durch Zufall über Wordpress gestolpert bin und es einfach genug fand, um mir nicht auf die Nerven zu gehen, habe ich kurzentschlossen einfach ein Blog aufgemacht, in dem es seitdem um Politik, Wirtschaft, Bürgerrechte, Musik, Kunst, Dummfug, RPG- und Tabletop-News und Insiderinfos aus der Branche geht. Ziemlich absurder Cocktail, aber bis jetzt funktioniert es ganz gut. Ich unterscheide zwischen „live“ geschriebenen Artikeln und vorbereiteten Artikeln. Den Unterschied merkt man auch deutlich beim Lesen*g*. Der erste vorbereitete Artikel waren Background-Infos zu Wizkids und Topps, die nun wirklich nicht jeder hatte.

Probleme gibt es in der Hinsicht, dass ich natürlich wesentlich mehr weiß, als ich schreiben kann. Da passieren dann solche Sachen, das z.B. irgendwer das Cover für Buch XYZ vor einem online stellt, obwohl es seit Monaten auf dem eigenen Computer liegt, weil man den Tag, an dem Freigabe kommt, gerade mal auswärts ist. Künstlerpech halt.

Generell halte ich den sogenannten Bürgerjournalismus für eine sehr wichtige Sache und bewundere da besonders Berthold Brechts Ideenreichtum.

Natürlich ist da auch jede Menge Schrott dabei, aber das Internet und Blogs sind einer der wahrscheinlich wichtigsten Beiträge zum freien Informationsaustausch und basisdemokratischen Utopien, den es je gegeben hat. Besonders in Zeiten in denen gerade die westlichen Demokratien sich in Oligarchien und Pseudo-Technokratien, die nur noch dem Lobbyismus Gehorsam schulden, verwandeln und in einem freien und unzensierten Informationsaustausch eine Gefahr sehen. Wo auch wieder ein Shadowrun-Bezug vorhanden ist. Es wird immer schwieriger in Shadowrun Überwachungsszenarien und die Maßnahmen totalitärer Staaten plastisch darzustellen, weil man als Autor dabei andauernd rechts von der Wirklichkeit überholt wird und leider nicht nur durch Länder wie China.

Stichwort freier Informationsaustausch. Bieten Blogs vor allem Informationen oder doch eher Meinungen?

Klar bieten sie Informationen, ob es reine Newsmeldungen sind, aus welcher abstrusen Sparte auch immer, oder sogar gut recherchierte Hintergrundbeiträge, ohne Blogs, die Meldungen „redaktionell“ aufbereiten, würde so gut wie niemand mitbekommen, wenn z.B. ein Kleinverlag etwas Neues rausbringt. Je näher sich Blogs hingegen thematisch den Mainstream-Medien annähern, desto mehr reine Meinung kommt darin vor, abgesehen von den üblichen Ausnahmen. Und ja, ich generalisiere hier gerade stark.

Mittlerweile vergeht ja kaum ein Tag, an dem bei SPON (und anderswo) nicht ein Artikel zum Thema Bloggen, Twitter u.ä. erscheint. Das Web 2.0 scheint den traditionellen Medien gehörigen Respekt einzujagen. Siehst du diese neuen Informationsformen als Konkurrenz zu den klassischen (journalistischen) Medien?

Da muss man vielleicht etwas weiter ausholen. Traditionelle Medien unterliegen seit Jahren dem Trugschluss unersetzbar zu sein. Zur selben Zeit ist ihre eigene Abhängigkeit von Werbung und den Interessen gewisser Gruppierungen sehr groß geworden. Der Leser ist nicht dumm und merkt durchaus, wenn manche Dinge ausgelassen werden oder er eiskalt verarscht wird. Anfangs wurde der aufkeimende Bürgerjournalismus noch belächelt, aber bei bröckelnden Einnahmen, brutaler Kritik an der Leserbasis und mehreren größeren Scoops, welche von Bloggern gelandet wurden und nicht von den klassischen Medien, findet langsam ein Umdenken statt. Inwieweit der Balanceakt zwischen Journalismus als vierte Staatsgewalt und gekaufter Hofberichtserstattung gutgehen wird, bleibt abzuwarten. Persönlich gehe ich von einer tiefgreifenden Flurbereinigung aus, aus der einige der traditionellen Medien sogar gestärkt und qualitativ stark verbessert hervorgehen werden, während die großen Blogs entweder Teil dieses Konstrukts werden oder sich der Sparte zuwenden. Ohne jetzt die Gründung einer staatlichen „Genehmigungskommission“ für Journalisten einzurechnen.

Wird sich deiner Meinung nach die Zukunft des Journalismus im Internet abspielen?

Die gedruckte Zeitung ist zum Aussterben verurteilt, da sie leider kaum genug Liebhaberpotential mit sich bringt, im Gegensatz zu Büchern. Brauchbare E-Book-Reader werden diesen Vorgang noch verstärken. Eine Zeit lang werden die beiden Modelle Zeitung fürs E-Book und reiner Online Content parallelel zueinander herlaufen, man wird sehen, was sich durchsetzt.

Wie beurteilst du die Funktion von Blogs innerhalb einer doch eher kleinen Community wie der der Rollenspieler? Und wie sieht es mit Foren aus?

Überbewertet und doch sehr positiv. Mich ärgert es immer auf rsp-blogs.de eine Welle mit denselben Neuigkeiten zu lesen, die alle bringen. Entweder hat man noch was dazu anzumerken, was nicht schon überall steht, oder man sollte es sich einfach verkneifen. Andererseits gibt es immer wieder unglaublich gute Artikel, die mehr als nur ein paar Leute lesen sollten. Foren sind aber immer noch das gängigere Kommunikationsmittel und eignen sich für Diskussionen auch meist besser. Allerdings gibt es da natürlich einen Interessenkonflikt zwischen Betreiber und Teilnehmer. Auf der einen Seite hat man übereifrige Mods/Admins welche die Stimmung eines Forums schnell mal killen können und auf der anderen Seite kann man natürlich verstehen, wenn es z.B. einem Verlag nicht recht ist, in seinem Forum zu lesen „Das neue Buch ist scheiße, ihr seid scheiße und wer das Spiel XYZ spielt ist auch scheiße“. Konstruktive Kritik ohne gleich ausfallend zu werden ist da hilfreich. ;)

Besteht die Gefahr dem Wunsch einer „lauten“ Minderheit in Foren im Hinblick auf Veränderungen nachzugeben und dann hinterher festzustellen, dass die „schweigende Mehrheit“ der Spieler nicht zufrieden damit ist?

Schwierig Frage. Die Gefahr besteht durchaus, allerdings hat man ja auch seine eigene Rollenspielrunde und bekommt auch privat Feedback, an meinem Wohnort gibt es z.B. einen Rollenspielstammtisch, wo die Dinge meist etwas weniger „konfrontativ“ rübergebracht werden, als teilweise in einem Forum. Auch auf Conventions und Messen unterhält man sich mit den Spielern und so kommt am Ende schon ein recht ausgewogenes Bild zustande, welches manchmal identisch mit dem Stimmungsbild des Forums ist und manchmal vollkommen unterschiedlich. Ganz dumm gelaufen ist es natürlich, wenn die Spieler etwas wünschen, man selber den Sinn dahinter sieht, aber aus bestimmten Zwängen heraus daran nichts ändern kann.

Ein Beispiel: Es gab Leute die sich durchaus lautstark darüber beschwerten, warum der angekündigte Preis für das neue Pegasus Shadowrun Grundregelwerk höher ausfallen würde und hatten auch gleich einige durchaus treffende aber auch einige komplett abwegige Theorien dafür auf Lager. Als Eingeweihter wusste man natürlich schon seit Monaten den Grund (vollfarbiges Regelwerk), konnte und durfte diesen aber nicht nennen.

Und ich habe früher als reiner Fan selber so einige Male ins Fettnäpfchen gegriffen bei sowas…

Greifst du Ideen aus Foren für Shadowrun auf?

Garantiert nicht, weil das rechtliche Konsequenzen haben könnte. Theoretisch wäre es sogar am besten, die betreffenden Foren gar nicht zu lesen. Praktisch lässt sich zumindest das Aufnehmen der Grundstimmung nicht verhindern, wobei das ehr eine positive Sache ist. Trotz teilweise gegenteiliger Meinung wissen wir durchaus über die Punkte bescheid, die von der Spielerschaft kontrovers gesehen werden. Aber man kann es nie allen recht machen, was man auch gar nicht erst versuchen sollte, da kommt nur Chaos bei raus. Einige Dinge ärgern einen durchaus selber, aber einfach alles von früher umschmeißen geht auch nicht, bösartigster Dominoeffekt.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft!

Trauer..? Wut!

Bundespräsident Horst Köhler hat anlässlich der Trauerfeier für die Opfer des Amoklaufes in Winnenden gesprochen:

Doch es bleiben Fragen an uns alle: Tun wir genug, um uns und unsere Kinder zu schützen? Tun wir genug, um gefährdete Menschen vor sich selbst zu schützen? Tun wir genug für den inneren Frieden bei uns, den Zusammenhalt? Wir haben uns auch alle selbst zu prüfen, was wir in Zukunft besser machen, welche Lehren wir aus dieser Tat ziehen müssen.

Zum Beispiel wissen wir doch schon lange, dass in ungezählten Filmen und Computerspielen extreme Gewalt, die Zurschaustellung zerstörter Körper und die Erniedrigung von Menschen im Vordergrund stehen. Sagt uns nicht der gesunde Menschenverstand, dass ein Dauerkonsum solcher Produkte schadet? Ich finde jedenfalls: Dieser Art von "Marktentwicklung" sollte Einhalt geboten werden.

Eltern und Angehörige von Opfern haben mir gesagt: "Wir wollen, dass sich etwas ändert". Meine Damen und Herrn, das will ich auch. Das sollten wir alle wollen. Und da ist nicht nur der Staat gefordert. Es ist auch eine Frage der Selbstachtung, welche Filme ich mir anschaue, welche Spiele ich spiele, welches Vorbild ich meinen Freunden, meinen Kindern und Mitmenschen gebe. Zur Selbstachtung gehört es, dass man "Nein" sagt zu Dingen, die man für schlecht hält - auch wenn sie nicht verboten sind. Die meisten von uns haben ein Gespür für Gut und Böse. Also handeln wir auch danach! Helfen wir denjenigen, die sich in medialen Scheinwelten verfangen haben und aus eigener Kraft nicht mehr zurückfinden. Helfen wir auch Eltern, denen ihre Kinder zu entgleiten drohen.


Eigentlich sah es in den letzten Wochen gut aus, Experten und Medien schienen bemüht sich ernsthaft und differenziert mit den Ursachen für den Amoklauf auseinanderzusetzen; Eindimensionale Erklärungsansätze waren die Seltenheit. Natürlich war all das ein Strohfeuer, denn der gesunde Menschenverstand von Horst Köhler weiß es natürlich besser...

Der Bundespräsident befindet, dass dieser Marktentwicklung Einhalt geboten werden muss. Mal abgesehen davon, dass es ungeheuerlich ist, dass ein Bundespräsident öffentlich bestimmte Produkte schlecht macht - ja wie denn noch???? Deutschland hat das europaweit schärfste Zensurrecht (FSK, SPIO/JK, BPjM, sogar strafrechtliche Normen) und trotzdem gibt es Amokläufe. Wie viele Amokläufe gab es in den letzten Jahren in den liberalen Niederlanden, in Italien oder in Spanien. Dort kann jeder 16-Jährige die einschlägigen Filme und Spiele kaufen...

Außerdem sind besagte Medien "schlecht" und "böse". Schön, dass George W. seine eindimensionale Reinkarnation in unserem Bundeshorst gefunden hat. Wie anmaßend kann man sein, dass man eine Trauerfeier missbraucht um mit den eigenen Moralvorstellungen hunderttausende Mitbürger der Unterscheidung zwischen gut und böse als unfähig hinzustellen? Bei so viel Unverfrorenheit fehlen mir die Worte.

Mein gesunder Menschenverstand sagt mir jedenfalls, dass ich zur Unterscheidung zwischen Gut und Böse nicht der Anleitung eines Bundespräsidenten bedarf.

Und wieder, in einem Moment in dem Trauer um die Opfer und Mitgefühl mit den Angehörigen die einzig richtigen Gefühle sind, drängt sich doch die Wut über unverantwortliche Scharfmacherrethorik in den Vordergrund.

Donnerstag, 12. März 2009

Frau Koma, gehen sie bitte!

Gerade mal zwei Wochen ist es her, da schrieb ich:
"Irgendwann wird es den nächsten Amoklauf geben, da die tatsächlichen Ursachen wie familiäre und schulischen Probleme, Mobbing, zu hoher Leistungsdruck u.ä. natürlich nicht angegangen werden."

Nun ist es also wieder passiert. Zwar ist noch nicht eindeutig geklärt, wie genau die hintergründe der Tat aussehen, aber die Hetzpresse, allen voran stern.tv und BLÖD sind sich natürlich nicht zu schade dafür, "Killerspiele" in den Mittelpunkt zu rücken, wobei bei stern.tv mittlerweile auch World of Warcraft dazuzählt.
Nun ja, wenig überraschend und eigentlich nicht der Rede wert. Der nächste Schritt wird das öffentliche Verbrennen von Couterstrike, Braindead usw. sein - aber bis dahin lohnt es sich nicht, sich mit dem Geschrei der geistig Überforderten auseinanderzusetzen.

Wie gesagt, die Hintergründe der Tat sind unklar, eine Ursache hingegen lässt sich jetzt schon benennen:

Geld.

Es kostet Geld, das Jugendschutzgesetz durchzusetzen. Auch wenn ich in Horrorfilmen und Ego-Shootern keine Ursache für Amokläufe sehe, so kann virtuelles Töten bei einem labilen Menschen vermutlich dennoch als Verstärker wirken. Gerade bei einem Jugendlichen. Eben, ein Jugendlicher, der weder Counter-Strike spielen, noch sich die einschlägigen Filme anschauen dürfte. Die Eltern hats wohl nicht gestört und einen effektiven Jugendschutz in diesem Sinne gibt es nicht, das würde Geld kosten und mehr als ein Gesetz erfordern.

Es kostet Geld, das Waffengesetz durchzusetzen. Hier haben wir exakt die selbe Situation, ein rigides Gesetz, aber keine effektiven Kontrollen. Und wiederum eine Fahrlässigkeit der Eltern, die die Tat erst möglich machte.

Und am allerwichtigsten:
Es kostet Geld, präventive Arbeit an den Schulen zu leisten. Nun gibt es wohl für alle Schulen Notfallpläne u.ä., diese zielen aber auf das Verhalten bei Amokläufen ab, nicht auf die Prävention. Präventive Programme, werden entweder nur von karitativen Organisationen angeboten, oder kommen aus der Wissenschaft und werden nicht gefördert.

Und schon sind wir bei unserer Ursula angelangt, denn zumindest Punkt 1 und Punkt 3 fallen in ihr Ressort. Allerdings war ihr das Thema Prävention von Amokläufen wohl nicht wichtig genug, dafür ausreichende Mittel in den Haushalt einzustellen.

Die einzig logische Konsequenz ist der Rücktritt.

Aber das wird natürlich nicht passieren, schließlich kann man irgendwo immer noch an einem Gesetz drehen, um Aktionismus vorzutäuschen. Papier ist geduldig... Bis zum nächsten Mal.

Mittwoch, 11. März 2009

Interview mit Peer „sirdoom“ Bieber (Shadowrun und Space Gothic-Autor, Blogger)

Und die Interviewreihe geht weiter. Diesmal mit Peer Bieber, mit dem ich über seine Arbeit als freier Rollenspielautor sowie als (manchmal recht bissiger) Kommentator der Szene und des Weltgeschehens sprechen werde. Da das Interview sehr umfangreich geworden ist, werde ich es in zwei Teilen präsentieren, von denen der erste sogleich folgt. Viel Vergnügen!

Hallo Peer, stell dich doch erstmal kurz vor. Wer bist du und was tust du so im Bereich Rollenspiele?


Nun ja, ich spiele seit über 17 Jahren RPGs und Tabletops, geboren und aufgewachsen an der Nordsee, ich studiere Anglistik und Politikwissenschaften und arbeite seit einigen Jahren als freier Mitarbeiter, als sogenannter „Freelancer“ in der Spielebranche. Ursprünglich bin ich über die Romane zum Rollenspiel gekommen. Erst Perry Rhodan, Mark Brandis und dann Shadowrun (2XS von Nigel Findley), Battletech (Entscheidung am Thunder Rift) und DSA (Der Scharlatan). Mein erstes eigenes RPG Buch war der Shadowrun Straßensamurai Katalog, (das Grundregelwerk hatte wer anders). Danach kam die ganze Palette: Earthdawn, KULT, Cthulhu, AD&D, später D&D, Space Gothic, WOD, Traveller, GURPS, auch BESM, usw. Meine Lieblingswelten waren aber immer Battletech, Shadowrun und Space Gothic. Ansonsten bin Fan von Heavy Metal, trotz oder gerade wegen meiner Ausbildung als Violinist, fahre Motorrad wann immer möglich und bin bekennender Coke-Junkie, Kaffee ist nicht so mein Ding, Coffein muss aber trotzdem sein. Als Freelancer in dieser Branche habe ich seit einiger Zeit so ziemlich alle Themenfelder abgegrast: Autor, Lektorat, Übersetzungen, Projektleitung, Playtesting, Abenteuer- und Szenario-Design, Workshops und Spielrunden. Aktuell arbeite ich für Pegasus Spiele an Shadowrun und für Ulisses Spiele an Space Gothic.

Wie hat man sich das Leben als Rollenspielautor vorzustellen?

Undankbar, arm, frustrierend & stressig an schlechten Tagen. Kreativ, spannend, witzig und herausfordernd an guten Tagen. Arbeit kommt immer in Wellen angeschwappt und die Fertigkeit „muss gestern fertig sein!!!“ sollte man unbedingt haben.

Woran arbeitest du im Moment für Shadowrun?

Aktuell am Frankfurt Add On für das deutsche Konzernenklaven (Corporate Enclaves), welches rund 40 Seiten lang wird, inklusive zweier Frankfurt-Pläne und im zweiten Quartal 2009 erscheinen wird. Dabei kümmere ich mich vordringlich um Ares Europe und einem Teil der Frankfurter Börse. Wobei Ares ADL/Europe schon etwas problematisch ist. Außer „ist groß“ findet sich relativ wenig in den bisherigen Büchern, andererseits müssen Dinge wie der Cross Applied Technologies Buyout und die komplette Neugestaltung der Ares Geschäftsstruktur ja auch rein und zwar nachvollziehbar, halbwegs logisch und dazu trotzdem interessant und mit Ansatzpunkten für Runs. Das ist immer ein Balanceakt, wenn man es richtig machen will. Demnächst wird wohl der aktuelle Pegasus Spiele Abenteuerwettbewerb „ChromPredator“ kommen, da ich auch schon beim ersten Wettbewerb Jury gewesen bin. Nebenbei versuche ich irgendwo Zeit zusammenzukratzen, um die alten Deckard-Kurzgeschichten zu überarbeiten und weiterzuspinnen, vor allem weil Deckard ein Eigenleben entwickelt hat und in verschiedenen Quellenbüchern auch ohne meine Zutun aufgetaucht ist und mittlerweile auch in Chicago und Istanbul war, wie im Digital Grimoire, welches einigen „Gerüchten“ zufolge in die Pegasus Neuauflage des Straßenmagie (ca. Mitte des Jahres) eingearbeitet wird, nachzulesen ist. Dazu kommen natürlich auch noch in absehbarer Zeit Emergenz (dieses WE auf der Hannover spielt), Vernetzt (Unwired), Feral Cities und „Geister-Kartelle“(Ghost Cartels).

Geister-Kartelle soll sich ja ebenfalls von der US-Ausgabe unterscheiden. Wird es ein deutsches Add On geben oder ist da noch etwas anderes geplant?

Das weltweite Auftauchen von „Flipside“ wird den Seattler „Mob War“ wie einen Kindergeburtstag aussehen lassen und natürlich auch Einfluss auf die Allianz Deutscher Länder als das europäische Transitland haben. Geplant ist deshalb einige Texte auszutauschen, um den Spielern die Ereignisse in der ADL ausführlich zu präsentieren. Das dabei entstehende „Cut“ – Material wird aber in anderer Form verfügbar gemacht werden. Was genau und wie geändert wird, steht aber noch nicht final fest.

Wie geht ihr mit dem um, was bisher aus deutschen Landen für Shadowrun veröffentlicht wurde? Versucht ihr auch die Romane – die ja nie Kanon waren – zu berücksichtigen?

Ich könnte jetzt die Melodie von Tetris pfeifen. Was Shadowrun Quellenbücher angeht, sieht es folgendermaßen aus: Wenn es nicht Kanon-Material widerspricht, nicht total an den Haaren herbeigezogen ist und von Relevanz für das nächste Buch ist, wird dieses Material natürlich berücksichtigt. Manchmal muss man aber auch die große Axt des heiligen RetCon ansetzen, manchmal erwähnt man es einfach nicht mehr, manchmal muss man der Sache einfach nur einen anderen „spin“ geben, damit es funktioniert. Allerdings kommen solche Totalausfälle gar nicht so häufig vor, wie einige Leute denken. Bei den Romanen wird versucht sie zu berücksichtigen, aber z.B. eine Atombombe vor Pomorya hochgehen zu lassen, verursacht schon so einige Probleme, auch wenn der Roman in dem das passiert, sonst ziemlich gut ist.

Was hat sich für dich als Autor seit dem Wechsel von Fanpro zu Pegasus geändert?

Man merkt das wieder Feuer drin ist und man unterstützt wird, das was „geht“. Ansonsten kennt man die Leute mit denen man arbeitet ja schon etwas länger, so groß ist die Branche ja nun auch nicht.

Bei Fanpro war also am Ende die Luft raus?

„Luft“ ist eine gute Umschreibung für das was am Ende nicht mehr vorhanden war...

Ob ich dir da noch mehr aus der Nase ziehen kann..?

Leider nein, ich bin das Thema betreffend immer noch etwas „verschnupft“. Allerdings könnte man David M. Stansel-Garner, den Materials & Operations Manager von Catalyst Games, danach fragen. Er hätte da wohl relativ eindeutige Ansichten...

Zwischenzeitlich hast du ja auch für Catalyst direkt an englischsprachigen Shadowrun-Sachen gearbeitet, bzw. tust das immer noch. Inwieweit unterscheidet sich diese Arbeit von der fürs deutsche Shadowrun?

Leider kann ich da aus Zeitgründen nicht zweigleisig fahren, weswegen sich meine Arbeit an englischsprachigen Shadowrun-Material auf „Shadows of Europe“(als es noch ein Fanprojekt war) und Playtesting für Shadowrun 4 beschränkt, wobei bei der aktuellen Verzahnung natürlich auch kleine Teile von meinen deutschen Texten in US Publikationen wiederauftauchen.

Aber man kennt natürlich einen Großteil der Beteiligten, ob von Messen, Conventions oder durch Onlinekontakt. Nach meiner Erfahrung liegt der Unterschied vor allem auch in der Anzahl der beteiligten Personen, die alle jedesmal originäres Material fabrizieren müssen und nicht nur übersetzen müssen, was bei uns ja nicht immer und auch nicht in dem Ausmaß ansteht. Da müssen einige Dinge dann natürlich etwas strikter gehandhabt werden und können nicht ausschweifend ausdiskutiert werden. Ansonsten besteht da kein großer Unterschied.

Apropos ausschweifend diskutieren. Auch die deutschen SR-Autoren sind ja über die gesamte Republik verstreut. Wie hat man sich da den Austausch über die Arbeit vorzustellen, alles über den Chefredakteur?

Lofwyr bewahre, unser Chefredakteur Tobias „Tigger“ Hamelmann würde sich bedanken, wenn wir wirklich alles über ihn laufen lassen würden. Grundsätzlich trifft man sich ja eh mehrmals im Jahr auf diversen Cons und Messen und kann schon mal gewisse Dinge vor Ort abklären. Email und Telefon gibt es ja auch noch und unter uns Pastorentöchtern, es könnte theoretisch ja auch ein Redaktionsforum geben ;).

Denkst du, dass Shadowrun in Deutschland wieder den Stand erreichen kann, den es vor dem Ende von Fanpro (als Rollenspielverlag) hatte?

Kurze Antwort: Ja! Lange Antwort: Wir reden hier über einen schrumpfenden Markt, was die Dinge etwas schwierig macht. Aber wenn man sich die Richtung anschaut und den Support den Pegasus liefert, dann denke ich schon, dass Shadowrun wieder zu einem DER Rollenspiele in Deutschland wird. Wobei ich grundsätzlich gar nicht glaube, dass über Nacht ein Großteil aller Shadowrun-Gruppen in Deutschland verschwunden ist und Pegasus ist bisher mit dem Erfolg von ShadowrunD – ich zitiere – „sehr zufrieden“.

Welcher Part deiner Vergangenheit als Freelancer ist für dich der gelungenste? Auf welche Figur/welches Ereignis/welche Location o.ä. bist du besonders stolz?

Die holde Falle der Selbstbeweihräucherung. Natürlich wäre da der Charakter Deckard, vor allem wegen der Kurzgeschichten, die ich dazu geschrieben habe und der mir dadurch natürlich ans Herz gewachsen ist. Außerdem stehen die Deckard-Kurzgeschichten für meinen Einstieg bei Shadowrun. Die Reichweitentabelle für Feuerwaffen des SR4 Grundregelwerks, da sag ich aber nicht warum. Die Waffen aus den Drafts des Arsenal 2071 (2008) die ich vorausschauend, mit Unterstützung eines Komplizen, schon mal ins Schattenstädte (2006) geschmuggelt habe. Der Schattenstädte Shadowtalk zu Airbus auf Seite 143 bezüglich der „Sportflugzeuge“ entspricht übrigens der Wirklichkeit! In Erinnerung geblieben ist natürlich auch die SPIEL 2005, als auch der „Firmenwagen“ den wir uns damals „organisiert“ haben. Oder auch der Multiuserrun auf der NordCon, der unter das Motto „3 Männer und ein Babyphon“ fiel; die Dinger können ganz schön eigenwillig sein. Und nur über meine Leiche werde ich je wieder in einem durchschnittlich großen Klassenzimmer spielleiten, wenn dieses mit 5 Promorunden à 8+ Leuten vollgestopft ist!!!

Neben deiner Arbeit für Shadowrun bist du auch für Ulisses bei Space Gothic tätig. Sitzt du damit zwischen den Stühlen? Inwieweit unterscheidet sich deine Tätigkeit für Space Gothic von der für Shadowrun?

Ich bin Freelancer, ich sitze grundsätzlich zwischen den Stühlen, wobei man Stühle vielleicht durch aufeinander zurasende LKWs mit Dornen und Flammenwerfern ersetzen sollte. Aber nein, ich persönlich sehe da keinerlei Probleme. Der Unterschied besteht natürlich erst mal darin, das Space Gothic ein Kult-RPG ist, dessen Verbreitungskreis gegenüber Shadowrun doch – noch *g* - geringer ist. Shadowrun ist „Magic meets Dark Future“, Space Gothic ist „Military Sci-Fi meets Cthulhu“, da ist schon die Grundstimmung komplett anders.

So freue ich mich z.Z. ganz besonders darauf für das Space Gothic Overkill „Reloaded“ die Introfiction zu schreiben, wofür ich mir schon einige ganz böse Dinge habe einfallen lassen. Ich muss mir noch dringend ein Memo an den Bildschirm kleben, es mit dem Splatter nicht zu übertreiben. Ich will auch versuchen folgenden Satz einzubauen (geschickter Spoiler anbei!):

„Das Verkehrsministerium warnt vor den Kabinen der 3ten Klasse. Sie sind nicht ausreichend (nach §112b, RflGtz) gegen Strahlung geschützt. Anmerkung: Die Besatzung sieht die Quartiere der 3ten Klasse als internen Strahlenschild des Raumschiffes zwischen Reaktor und Mannschaftsquartieren; genau so werden diese Passagiere auch behandelt.“

Ansonsten stehen wir da aber noch ziemlich am Anfang. Ansonsten wird auch an drei anderen, „anders-formatigen“ Büchern gearbeitet, zu denen ich aber lieber noch nichts sage.

Da du ja ziemlich gut informiert bist und ja in durchaus engem Kontakt mit den Leuten von CGL stehst, gibt’s was Neues hinsichtlich der Rückkehr Battletechs nach Deutschland zu vermelden?

„Kein Kommentar“ reicht wohl nicht, oder?

Nein... ;)

Battletech wird auf jeden Fall auf Deutsch zurückkehren, spätestens wenn die neue Battletech Romanserie angelaufen ist. Für das Tabletop und das RPG sehe ich z.Z. aber leider eher schwarz. Als das Total Warfare in den USA rausgekommen ist, wäre es ein idealer Zeitpunkt gewesen, aber jetzt haben sich die Interessierten eh alle die US Version gekauft und der Rest spielt nach den alten Regeln und ist damit zufrieden. Allerdings ist Battletech trotz der nicht vorhandenen deutschsprachigen Bücher keineswegs tot in Deutschland, auch wenn es einige unschöne Ereignisse innerhalb der Community gab, die aber nach einigen Anstrengungen gelöst werden konnten.

So sind mittlerweile durch Megamek viele neue Leute und auch alte Hasen wieder eingestiegen. Chapter wie die 5th Syrtis Fusiliers – wo sich neben mir auch ziemlich viele andere Autoren tummeln – oder Vereine wie Team Trueborn sorgen auch weiterhin für ausreichend Mech-Action. Wie viele Leute man immer noch mit Battletech begeistern kann, konnte man auf der RPC 2008 sehen, wo das 3D-Gelände der Syrtis Fusiliers geradezu umlagert wurde.

Mit den unschönen Ereignissen meinst du wahrscheinlich die Probleme im BT.info-Forum.

Es gab da einige langwierige Konflikte, die unterschwellig schon einige Zeit am brodeln waren und als es mal wieder hochkochte, habe ich die Dinge einfach mal beim Namen genannt. Abgesehen vom doch harten Gegenwind hat es mich sehr gefreut die vielen zustimmenden Kommentare und Emails zu bekommen, so dass offensichtlich wurde „hier läuft was vollkommen falsch“. Mittlerweile hat da ein Umdenken stattgefunden und es hat sich gezeigt, die Selbstheilungskräfte einer Community funktionieren durchaus.

An dieser Stelle erstmal ein Schnitt, da wie gesagt das Interview sehr umfangreich geworden ist. Im zweiten Teil, der in den nächsten Tagen online gehen wird, dreht sich alles ums Internet, die Bloggerei sowie den Sinn oder Unsinn von Rollenspielforen.

http://sirdoomsbadcompany.wordpress.com/

Dienstag, 3. März 2009

Astrópía - movie bit


Nun ist er also auch deutsch erschienen, der zumindest von der Rollenspielgemeinde langerwartete isländische Blockbuster Astrópía...

Hildur ist ein Society Girl deren betuliches Leben plötzlich aus den Fugen gerät, als ihr Lebensgefährte verhaftet wird. Ohne Geld und völlig auf sich allein gestellt, versucht sie über die Runden zu kommen. Schließlich kommt sie an einen Job als Verkäuferin in einem kleinen, seltsamen Laden - dem titelgebenden Astrópía. Sie taucht ein in eine Welt voller Nerds, Drachen und seltsamer Gestalten. Doch ihr altes Leben holt sie schon bald ein...

Die 90 Minuten des Films vergehen wie Flug und Langeweile kommt eigentlich keine auf. Dafür sorgen neben komischen Situationen und schrägen (aber liebenswerten) Charakteren insbesondere die vielen Anspielungen aus dem Bereich Film, Rollenspiel und Comics.
Viel Geld stand den Machern vermutlich nicht zur Verfügung, aber aus dem Vorhandenen wurde das Beste rausgeholt, wobei der eine oder andere schicke CGI-Effekt die Fantasy-Sequenzen natürlich deutlich aufgewertet hätte. Die deutsche Synchronisation ist nicht optimal aber ausreichend (in der deutschen Fassung findet auch ein gewisser Borbarad seinen Platz - für mich ein bissl zu viel der Lokalisation).

Fazit:
Astrópía ist ein nettes Filmchen, dass vor allem unter dem (in einschlägigen Kreisen) vorher praktizierten Hype zu leiden hat - denn ein Überfilm ist es nicht geworden. Er hat seine Momente und weiß durchweg zu unterhalten, mehr aber auch nicht. Aber beim Thema Rollenspiel reicht mir persönlich das vollkommen.